Auf die Grösse kommst an

eTepai
Seit Frühling 2019 gibt es in Griechenland eine neue Steuer. Da Steuer immer sehr unangenehm klingt, haben die Griechen das ganze nicht etwa Cruising Tax, sondern Englisch elegant, eTEPAI genannt. Da alles mit e irgendwie modern ist, könnte es also auch eine coole App oder ein neues Game sein. Ist es aber nicht. Der Reihe nach. Auf der Webseite registriert man sich erstmal. Dies dauert nicht wie sonst bei elektronischen Diensten einige Sekunden, nein. Nach geschlagenen vier Stunden erhalte ich mein Login per Mail zugesandt. Hab mir versucht vorzustellen, wie irgendwo einer sitzt und wartet, dass sich jemand registriert, um dann einige Stunden später das Login per Mail zu verschicken. Ist es wirklich so? Egal, nun konnte ich mich einloggen. Man könnte ja meinen, dass die Bootsdaten genügen, spätestens beim eingeben des Vornamens des Vaters und Ledignamen der Mutter wird einem klar, hier gehts ums Ganze. Weitere zwei Stunden später erhalte ich per Mail ein Dokument zur Bestätigung. Also erstmal ins nächste Hotel und das Papier ausdrucken. Man braucht das nämlich für die Einzahlung auf der Bank. Nein, online geht das noch nicht. Also am nächsten Tag auf die Bank, nun ist eine griechische Bank etwas anders. Eher so wie ein Bazar oder Dorfplatz. Das Griechisch immer sehr laut sein muss, weiss ich seit längerem. Also stelle ich mich in die Schlange und höre weg. Irgendwann kurz vor Mittag bin ich dran. Leider wars die falsche Schlange, also rüber. Neuer Versuch. Eine gefühlte Stunde später bin ich wieder dran. Diesmal mit Erfolg. Ich überweise das Geld und hefte den Beleg an meine Dokumente. 129 Euro ärmer dürfen wir einen weiteren Monat in Griechenland segeln. Wären wir unter 12 Metern Bootslänge geblieben, wären es nur 30 Euro gewesen. Aber abschneiden ist auch keine Option. Ach ja, gefilmt haben wir auch. Es wurde blau, aber dazu mehr in den Videos! Es gibt zwei Neue. Nummer 10 und 11.